Montag, 4. Dezember 2017

Neue Post aus Russland vom 4. Dezember 2017

Stefan Lindgren

Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth

Ein solches Tempo hat es in Deutschland noch nie gegeben!

Bald fährt das erste Auto über die Krim-Brücke

Bereits im Dezember wird die Krim mit dem russischen Festland über die 17 km lange Brücke verbunden sein von der Spitze der Taman-Halbinsel bis zur Stadt Kertsch auf der Krim. Alle 228 Brückenpfeiler, davon 85 im Meer, für die Autostraße über den Sund sind bereits gegossen und die Straße ist zu 95% fertig.

Die weitere Arbeit an dem Eisenbahnteil der Brücke muss bis zum Frühjahr warten wegen der Wetterverhältnisse. Die Brückenpfeiler in dem Teil sind erst zu 50 % fertig. Viele Arbeiten am Straßenteil müssen auch noch getan werden und der allgemeine Straßenteil für die Öffentlichkeit wird erst im Dezember 2018 freigegeben.

News.ru 4/12

Immer mehr wollen Gutes tun

Am 27. November fand in Russland der Tag der Volontäre statt. Sie leisten Dienste u. a. im Gesundheitsdienst oder sie bieten kostenlose AIDS-Tests auf den Bahnhöfen an – Russland hat 900 000 AIDS-Kranke und es geht darum, neue Fälle schneller zu finden. Sie arbeiten auch mit elternlosen Kindern; sie wurden ebenfalls in 2000 m Höhe im Altai eingesetzt, um den Abfall einzusammeln, den gedankenlose Touristen hinterlassen und 2000 arbeiten in Altersheimen.

Die Volontärbewegung ist im Zusammenhang mit einer Reihe internationaler Veranstaltungen entstanden, wie die Winter-Olympiade in Sotschi 2014, das 70-Jahre-Jubiläum des Sieges im 2. Weltkrieg 2015, der Universiade in Kazan 2017 und das Weltjugendfestival in Sotschi in diesem Jahr.  Laut offiziellen Daten gibt es jetzt 125 000 Volontäre in Russland.

Vesti nedeli 3/12



Armut ist eine brennende Frage


„Die Armut ist eins der brennendsten Probleme in unserer modernen Ökonomie,“ sagte Premierminister Dmitri Medwedew am Donnerstag, als er sein jährliches Treffen mit Journalisten in einer Direktsendung abhielt.

Ein Bericht von der Weltbank sagte am Mittwoch, das der Anteil der Armen im ersten Halbjahr 2017 etwas gesunken ist, dank eines gewissen Zuwachses, niedriger Inflation und steigender Ölpreise. Aber die aktuelle Armut von 14.4 % der Bevölkerung  ist immer noch sehr hoch laut der Weltbank (wenn auch niedriger als vor 10-15 Jahren) und der Anteil der Menschen, die riskieren, in Armut zurückzufallen, nimmt immer noch zu.

Eine der Maßnahmen ist, die Elternversicherung zu verlängern, die einen 18-monatigen Mindestlohn garantiert (jetzt z. B. In St Petersburg 9724 Rubel gleich 160 € im Monat), der als vorübergehende Maßnahme eingeführt wurde. Präsident Putin hat vorgeschlagen, dass sie bis Ende 2021 gelten soll. Mit Hilfe u. a. dieser Maßnahme könnte die Geburtenzahl um gut 1 Million erhöht werden. Aber jetzt sind sie wieder niedriger auf Grund demografischer Faktoren. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden in drei Jahren ca. 7.6 Mrd. € kosten.


Mehr als eine halbe Million Familien glaubt man, könnte daraus Nutzen ziehen.
Eine andere Idee ist, die Wohnungsdarlehen für Familien mit mehreren Kindern zu subventionieren, damit die Zinsen und Amortisierungen auf 6 % im Jahr begrenzt werden.

 Das ökonomische Wachstum ist bisher um 2 % gestiegen im Vergleich zum Niedergang im Vorjahr um 0.2 %. Die Inflation wird wahrscheinlich bei unter 3 % liegen für das gesamte Jahr 2017. Die Investitionen in festem Kapital werden um 4 % in diesem Jahr steigen. Der Wechselkurs des Rubels ist stabil und die Ölpreise sind von 43 auf 63 Dollar pro Fass geklettert.

60 Prozent von Russlands Einkommen werden jetzt aus anderen Quellen als aus Gas und Öl erwirtschaftet, eine Ziffer, die laut Premier Medwedew auf 80 - 85 % steigen sollte.


Government.ru 30/11, ap 30/11



Jedweder Fischfang in der Arktis  wird gestoppt
Seit 1959 herrscht Frieden in der Antarktis, teilweise dank des Antarktis-Vertrages, der am 1. Dezember 1959 unterzeichnet wurde. Die Bedenken, die es gab, dass nach dem 2. Weltkrieg die Antarktis zu einem Platz würde, wo die Großmächte ihre Atomwaffen testen würden, waren zum Glück grundlos.
12 Länder, die territoriale Ansprüche haben, legten die Pläne auf Eis.

1996 wurde der Arktisrat geschaffen von den 8 Ländern, die Territorium über dem 60. Breitengrad haben. Militärische und Fischereifragen wurden ausgeschlossen, weil die getrennt behandelt werden sollten.

5 Länder, die Küsten an der Arktis haben, daruner Russland und die USA, haben jetzt trotz der gespannten Lage an anderen Fronten, sich geeinigt über ein Verbot des Schleppnetz-Fischfangs im Eismeer für 16 Jahre oder bis ein Plan für nachhaltigen Fischfang vorliegt.

Jetzt schmelzen 40 Prozent des Arktis-Eises im Sommer, eine Zahl, die ständig steigt. Noch hat niemand dort gefischt, aber es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, wenn nicht das neue Verbot gekommen wäre.

new york times 1/12




Russland bereitet sich auf Koreskrieg vorgeschlagen


Ein Kriegsausbruch auf der Koreahalbinsel ist eins der Szenarien, auf die sich russische Militärs vorbereiten, um nicht unvorbereitet dazustehen, wenn es eintrifft.‘

Der Abschuss der nordkoreanischen Hwasong-15-Rakete am Mittwoch, eine Rakete mit einer Reichweite, die ganz Amerika umfasst und auch Teile Europas hat wieder Bedenken über eine direkte Militärkonfrontation mit katastrophalen Folgen geweckt.

Selbst wenn ein Kriegsszenario nicht ausgeschlossen werden kann, sagt Nikolai Patrusjew im Sicherheitsrat Russlands. Der US-Senator Linsay Graham sagte in dieser Woche, dass der Krieg die einzige Alternative sei, wenn „Sich die Dinge nicht ändern würden“.

Die Gesandte der USA bei der Uno Nikki Haley wiederholte Trumps Versprechen, Nordkorea auszuradieren, falls es angreifen sollte. [So eine Frechheit. Das einzige Land, das seit 1945 pausenlos Angriffe ausführte, waren die USA. D. Ü.]

Russland hat wiederholt Washington, seine Alliierten und Nordkorea ermahnt, Konfrontationen zu vermeiden und einen Plan anzunehmen für „doppeltes Einfrieren“, der auch von China gestützt wird. Der würde beinhalten, dass die USA und Südkorea aufhören mit ihren riesigen Übungen und gleichzeitig Pyöngjang sein nukleare und ballistisches Programm abbricht.

Washington weigert sich, den Plan überhaupt zu erwägen und meint, dass ein Vergleich zwischen den eigenen Aktivitäten und denen Nordkoreas eine Beleidigung seien.

Russlands Außenminister Sergei Lawrow sagte am Donnerstagm, dass seine amerikanischen Kollegen versprachen, dass die nächsen Kriegsübungen in der Region wahrscheinlich nicht vor dem Frühling 2018 stattfinden würden, aber stattdessen hat Washington zwei Manöfer im Oktober und November durchgeführt, was die Antwort Pyöngyangs provozierte.

Moskau hat sich auch dagegen ausgesprochen, alle Verbindungen mit Nordkorea abzubrechen, da das die Situation nur verschlimmern würde.

rt.com 1/12




Die „Putinliste“ ist in Arbeit


Anfang nächsten Jahres soll das Finanzministerium der USA eine „Putinliste“ vorlegen mit Personen, die dem Präsidenten nahestehen und denen Sanktionen auferlegt werden sollen (eingefrorene Bankkonten, Einreiseverbot etc). Die Maßnahmen gehen zurück auf einen Gesetzesvorschlag, den der Kongress am 2. August im vorigen Jahr annahm und den Trump unterzeichnete unter Protest zu Beginn seines Amtsantritts.

Ein Teil von Putins „Nahestehenden“ steht sein 2014 auf der schwarzen Liste, wie z. B. der Finanzmann Gennadji Timtjenko, der sagt, dass er stolz auf diese „Auszeichnung“ ist. Nichtsdestoweniger befürchen führende russische Oligarchen laut Reuters, dass die neue schwarze Liste noch mehr Probleme schaffen wird und unvorhersehbare Konsequenzen haben wird.

Reuters 30/11




IOK unter Druck

 
Das internationale olympische Komitee tritt gerade zusammen, um einen Beschluss über Russlands Teilnahme an der Winter-Olympiade in Südkorea zu entscheiden. Der Druck von führenden Westmächten, Russland auszuschließen, ist enorm.

Obwohl alle Beweise im wesentlichen auf den Angaben einer einzigen Person beruhen, Gregori Rodschenkow, ehem. hoher Chef in der russischen Wada, sind keine bindenden Beweise vorgelegt worden.

Ein Beispiel ist die grobe lügenhafte Agitation in einem Artikel der Washington Post vom 30. 11., wo ein Vertreter des „Raoul Wallenberg Zentrums“ Angaben wiedergibt, dass „99 % der russischen Sportler Leistungsfördernde Drogen eingenommen haben“. Einer der Ehrenvorsitzende in dem Wallenberg Zentrum ist Schweden ehemaliger Staatsminister Göran Persson. [Ein notorischer Lügner und Betrüger. U. a. hat er die Pensionskasse leergeräumt und geschworen, jede Öre zurückzuzahlen, aber es ist nicht eine zurückgekommen. Und solche Kanaillen werden mit Ehren überhäuft. D. Ü.]


Kommentare:

  1. Schreib doch mal, wann man in Russland in Rente geht ! Im Gegensatz zu Deutschland, dem angeblich reichsten Land in Europa.

    MfG. grillbert aus Hamburg.

    AntwortenLöschen
  2. Bei Männern 60, bei Frauen 55. Der Internationale Währungsfonds empfahl 2012, das Alter anzuheben, was aber die Russen ablehnten. Erst 2050 soll es für alle auf 65 angehoben werden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Einar.
      Das würde in den öffentlichen Medien nie dargestellt. Ich hatte das mal irgendwo im Internet gelesen. Da ist mir sofort die Brille von der Nase gerutscht.
      Ich denke, das wissen von 100 Deutschen höchstens zwei oder drei. Das ist eine wirkliche Sensation.
      MfG. grillbert aus Hamburg.

      Löschen