Donnerstag, 19. November 2015

Hat Monsanto bei der Erstzulassung von Glyphosat betrogen?

Natürlich! Als wäre das eine Neuigkeit! Als hätte MONSANTO schon irgendwann nur einmal die Wahrheit gesagt. Ohne diese Lügen, Fälschungen, Bestechungen, Lobby- Arbeit, Geheimhaltung, massiven Drohungen wäre MONSANTO nicht zum Giganten aufgestiegen. Auch nicht, ohne dass die grauen Eminenzen der Wallstreet und der City of London ihre Hände über diesen verbrecherischen Multi gehalten hätten.




 
 
Hat Monsanto bei der Erstzulassung von Glyphosat betrogen?
 
 
 
Monsanto-Studien zur Glyphosatzulassung gefälscht?
 
Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München,
offenbar werden Bevölkerung und Behörden von Monsanto seit Jahrzehnten hinters Licht geführt: Wie kürzlich bekannt wurde, soll der Agrarmulti seit 40 Jahren um die krebserzeugende Wirkung seines Bestsellers Roundup und dessen Wirkstoff Glyphosat gewusst haben. Diese und weitere Anschuldigungen erhebt eine Studie amerikanischer Wissenschaftler. Sie werteten darin bisher unter Verschluss gehaltene Daten von Monsanto aus den 1970er und 80er Jahren aus.
Aus der Veröffentlichung geht hervor, dass Monsanto seine eigenen Studien zu Glyphosat verfälscht hat. Laut den Autoren hat der Konzern gezielt signifikante Hinweise auf Tumore vertuscht. Wenn das stimmt, dann hat Glyphosat seine Erstzulassung auf der Basis von verfälschten Studien erhalten. Die Autoren der Studie werfen Monsanto deshalb Betrug vor.
Wir fordern, dass dieser Sachverhalt umfassend geklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Glyphosat darf keine weitere Zulassung in der EU erhalten und muss sofort vom Markt genommen werden!

2 Kommentare:

  1. Teil 1:
    http://www.epi-gen.de/themen/gesundheit/glyphosat4
    Wayback Machine 3 captures 15 Jan 13 - 16 Mai 15
    https://web.archive.org/web/20130115065549/http://www.epi-gen.de/themen/gesundheit/glyphosat4


    Auseinandersetzung um Glyphosat geht weiter
    In die Diskussion über die Risiken von Glyphosat, dem weltweit bedeutendsten Herbizid, ist erneut Bewegung gekommen. Glyphosathaltige Pestizide werden insbesondere beim Anbau gentechnisch veränderter, herbizidtoleranter Pflanzen eingesetzt. Jährlich werden derzeit rund 600.000 Tonnen des Wirkstoffs hergestellt, nach Angaben der Industrie soll sich das Produktionsvolumen bis zum Jahr 2020 auf eine Million Tonnen ausweiten.

    Glyphosat in Deutschland
    Auch in Deutschland werden jährlich rund 5.000 Tonnen des Wirkstoffs ausgebracht. Damit ist Glyphosat auch hierzulande das am häufigsten eingesetzte Pestizid. Laut einer aktuellen Studie (Dickeduisberg et al., 2012) liegen die Hauptanwendungsgebiete bei der Stoppel- und Vorsaatbehandlung. Bei Winterraps, Körnerleguminosen und Wintergerste wird Glyphosat demnach auf ca. 65 – 87 Prozent der gesamten Anbaufläche eingesetzt. Basierend auf einer Umfrage unter Landwirten gehen die Autoren davon aus, dass glyphosathaltige Herbizide auf rund 40 Prozent der deutschen Ackerfläche verwendet werden.

    Monsanto: Keine Belege für Gesundheitsrisiken
    In jüngster Zeit wurden erneut mehrere Studien veröffentlicht, die sich mit toxischen und ökologischen Auswirkungen des Pestizids auseinandersetzen. Darunter befinden sich auch Studien, die vom Hersteller Monsanto in Auftrag gegeben bzw. von Beratungsfirmen durchgeführt wurden, die seit Jahren mit dem Unternehmen kooperieren. Diese Publikationen kommen zu dem Ergebnis, dass es keine Belege dafür gibt, dass Glyphosat unter realen Anwendungsbedingungen Krankheiten auslöst.
    In einem Review von epidemiologischen Studien finden z.B. Mink et al. (2011) keine konsistenten Hinweise auf Reproduktions- und Entwicklungstörungen, Parkinson, Schilddrüsen-/ Atemwegserkrankungen, oder Herzinfarkte. Auch Williams et al. (2011), die im Auftrag von Monsanto zahlreiche Studien zu Reproduktions- bzw. Entwicklungstörungen auswerteten, fanden keine Belege für negative Auswirkungen.

    Neue Hinweise auf Zelltoxizität und DNA-Schäden
    Andere aktuelle Publikationen kommen dagegen erneut zu dem Ergebnis, dass Glyphosat bzw. glyphosathaltige Herbizide schädliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben können. So konnten Koller et al. (2012) zeigen, dass Roundup, aber auch - in abgeschwächter Form - der Wirkstoff Glyphosat selbst, Schäden an menschlichen Zellen verursachen. In der Studie wurde die Auswirkung der beiden Stoffe auf Epithelzellen, wie sie z.B. in den Atemwegen vorkommen, getestet. Das auch in Deutschland vertriebene Roundup UltraMax bewirkte dabei schon bei sehr geringer Dosierung nach 30 Minuten Zellvergiftungen, ausgelöst durch Schäden an Zellmemembran und Mitochondrien. Glyphosat allein löste diese Effekte erst bei einer viermal höheren Dosis aus. Laut den Autoren besteht ein Risiko für DNA-Schäden bei Menschen, die Roundup/Glyphosat einatmen.
    In Studien mit menschlichen Hautzellen konnten Heu et al. (2012a, 2012b) zudem zeigen, dass Glyphosat Schäden an der Zellstruktur auslöst. Nach der Behandlung mit dem Herbizid wies das französische Forscherteam eine Versteifung des Zellskeletts nach. Sie wird möglicherweise durch eine stressbedingte Überproduktion von Aktin, einem wichtigen Bestandteil des Zellskeletts, ausgelöst (s.a. Zellstörungen bei Aalen, in: Roundup: Neue Studien zur Wirkung auf Embryonen, Fische und Ratten). Zudem fanden die Autoren weitere Hinweise für die Vermutung, dass die toxische Wirkung von Glyphosat auf der Schädigung der Mitochondrien beruhen könnte (s.a. Wie giftig ist Roundup für Menschen?).


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    1. Teil 2:
      http://www.epi-gen.de/themen/gesundheit/glyphosat4
      Wayback Machine 3 captures 15 Jan 13 - 16 Mai 15
      https://web.archive.org/web/20130115065549/http://www.epi-gen.de/themen/gesundheit/glyphosat4


      Genotoxizität: Roundup, Glyphosat und POEA
      Negative Effekte von Roundup bzw. Glyphosat zeigt auch eine aktuelle Studie von Guilherme et al. (2012), in der Effekte von Roundup, Glyphosat und dem Netzmittel POEA auf den Europäischen Aal (Anguilla anguilla) getestet wurden. Die Forscher verglichen dabei die genotoxischen Auswirkungen der Stoffe, die dem Wasser in verschiedenen Dosierungen beigemischt wurden. Bei der Analyse von Blutzellen und von Enzymen, die Rückschlüsse auf DNA-Reparaturmechanismen zulassen, zeigte sich, dass alle drei untersuchten Stoffe DNA-Schäden auslösten. Die gravierendsten Auswirkungen hatte dabei das Netzmittel POEA, das auch in einer weiteren aktuellen Publikationen als hochgradig toxisch für Zellen und insbesondere für die Zellmembran identifiziert worden war (Song et al., 2010).

      Neubewertung in der EU
      Mittlerweile wurde in der EU eine turnusmäßige Neubewertung von Glyphosat auf den Weg gebracht. Deutschland spielt dabei als so genannter "Berichterstatter" eine bedeutende Rolle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das ebenfalls in das Verfahren eingebunden ist, scheint jedoch (s. Stellungnahme des BfR zu Glyphosat) den Standpunkt zu vertreten, dass keine relevanten neuen Erkenntnisse vorliegen, die eine kritischere Bewertung von Glyphosat rechtfertigen. Unter anderem verweist das BfR (wie auch Hersteller Monsanto) darauf, dass der Wirkmechanismus von Glyphosat auf Pflanzen beschränkt ist. Zudem gäbe es keine Hinweise auf erbgutveränderende Eigenschaften. Angesichts der zahlreichen neuen, in weiten Teilen übereinstimmenden, Erkenntnisse über glyphosatspezifische Mechanismen der Zellschädigung auch bei Mensch und Tier scheinen beide Annahmen allerdings immer weniger vom Stand der Wissenschaft gedeckt.

      Quellen
      Dickeduisberg, M., Steinmann, H.H.,Theuvsen, L. (2012) Erhebungen zum Einsatz von Glyphosat im deutschen Ackerbau. 25. Deutsche Arbeitsbesprechung uber Fragen der Unkrautbiologie und –bekämpfung, 13.-15. März 2012, Braunschweig. [Studie]

      Guilherme, S., Santos, M.A., Barroso, C., Gaivão, I., Pacheco, M. (2012) Differential genotoxicity of Roundup® formulation and its constituents in blood cells of fish (Anguilla anguilla): considerations on chemical interactions and DNA damaging mechanisms. Ecotoxicology, 21(5): 1381-1390.

      Heu, C., Berquand, A., Elie-Caille, C., Nicoda, L. (2012a) Glyphosate-induced stiffening of HaCaT keratinocytes, a Peak Force Tapping study on living cells. Journal of Structural Biology, 178(1): 1- 7.

      Heu, C., Elie-Caillea, C., Mougeyc, V., Launayd, S., Nicod, L. (2012b) A step further toward glyphosate-induced epidermal cell death: Involvement of mitochondrial and oxidative mechanisms. Environmental Toxicology and Pharmacology, 34(2): 144–153.

      Koller, V.J., Fürhacker, M., Nersesyan, A., Mišík, M., Eisenbauer, M., Knasmueller, S. (2012) Cytotoxic and DNA-damaging properties of glyphosate and Roundup in human-derived buccal epithelial cells. Archives of Toxicology, doi 10.1007/s00204-012-0804-8.

      Mink, P.J., Mandel, J.S., Lundin, J.I., Sceurman, B.K. (2011) Epidemiologic studies of glyphosate and non-cancer health outcomes: a review. Regul Toxicol Pharmacol, 61(2):172-84.

      Song, H.Y., Kim, Y.H., Seok, S.J., Gil, H.W., Yang, J.O, Lee, EY., Hong, S.Y. (2012) Cellular toxicity of surfactants used as herbicide additives. J Korean Med Sci, 27: 3-9. [Studie]

      Williams, A.L., Watson, R.E., DeSesso, J.M. (2012) Developmental and reproductive outcomes in humans and animals after glyphosate exposure: a critical analysis. J Toxicol Environ Health B Crit Rev, 15(1): 39-96.

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